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ALBUM DER WOCHE

Henning Wehland - Gesetz der Toleranz

11.10.2019

Bevor Henning Wehland nächstes Jahr das 30. Jubiläum seiner Band H-Blockx feiert, haut er noch mal schnell sein zweites Soloalbum raus. Und für das gilt vermutlich wie er selbst schon beim Vorgänger sagte, dass es "die Essenz aus den letzten 30 Jahren" ist und dass "die Vielfalt des Lebens und seine Möglichkeiten" ihn immer beim Musikmachen inspiriert und motiviert haben. "Gesetz der Toleranz" heißt der zeitgemäß und -lose Titel der Platte, die ein guter Ratgeber für das Leben an sich und im Allgemeinen ist.

Den Auftakt macht "Es brennt noch Licht in der Stadt". Eine herrlich knarzige Nummer, wie sie auch von Gary Clark Jr. hätte sein können. Mit "Heiße Liebe" folgt eine knackige Ode an den Sommer, Eis und die Liebe, deren Refrain man sofort mitsingen kann. Danach wird es auf "Klatschen kann jeder" düster, ernst und politisch. Henning fordert darin die Leute auf, für ihre Meinungen einzustehen und ganz klar Farbe zu bekennen, als nur Mitläufer zu sein. Einen Bruch gibt es zum folgenden "Lass das Licht an (wenn Du gehst)", eine sehr einfühlsame und berührende Ballade. Danach lässt er auf dem wieder düster eingefärbten Song "Hinter meinem Rücken" seine Karriere Revue passieren und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: "Bin die Karriereleiter einmal auf- und abgegangen, war mir nie zu schade noch einmal von vorne anzufangen. Wenn ich auf die Fresse falle, steh ich wieder auf. Das geht an jeden der nicht an mich glaubt. Leckt mich alle mal am Arsch."

Aber Henning hat auf den übrigen sieben Tracks auf "Gesetz der Toleranz" noch mehr zu sagen und musikalisch zu zeigen. Es ist ein äußerst abwechslungsreiches Album, dass sich erst nach und nach voll entfächert. Mit einem Henning Wehland, der befreit von Vorgaben völlig ungezwungen ganz bei sich selbst ist und dem man deshalb einfach gern zuhört.