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ALBUM DER WOCHE

Enter Shikari - Nothing Is True [...]

24.04.2020

Statistisch gesehen, hat ein Track nur 30 Sekunden Zeit, um zu überzeugen. Die gängige Taktik lautet deswegen: Starte mit Refrain und allem, was du hast. Alles, was sie haben zeigen Enter Shikari definitiv auf ihrer neuen Platte Nothing Is True & Everything Is Possible. Mit dem kleinen Unterschied, dass sie sich dafür 44 Minuten Zeit lassen.


Ist man beim Opener The Great Unknown noch ein wenig überrascht von der überpräsenten Elektro-Note, hat man sich beim etwas poppigerem Crossing The Rubicon bereits an diese gewöhnt. Wäre aber auch egal, wenn nicht, denn Enter Shikari schlagen schon wenige Minuten später eine völlig andere Richtung ein.
Neben Drum’n‘Bass-Elementen, Sprechgesang sowie einer sinfonieartigen Instrumentalnummer mit Orchester finden sich auf der Platte Punk-Ausflüge, Samba-Rhythmen - und ganz viel Synthesizer. Dabei holt Enter Shikari den Hörer mit straighten Rock-Strecken immer wieder zurück ins Boot, um ihn an der nächsten Ecke wieder in ihren musikalischen Pool zu schubsen. Treffend wird das Konzept in Waltzing Off The Face Of The Earth musikalisch und lyrisch auf den Punkt gebracht: Blechbläser, Schlagzeug und Bass verbinden sich zu einem Vertigo-Effekt und Rou Reynolds singt „Nothing Is True And Everything Is Possible“.

In welches Genre kann man Enter Shikaris 6. Studioalbum einordnen? Die Band macht nicht den Eindruck, als wolle sie eine Antwort auf diese Frage geben. Kunst wird erst dann interessant, wenn man sie nicht gleich restlos erklären kann. Mit Nothing Is True & Everything Is Possible liefern Enter Shikari ein wirklich spannendes Crossover-Festival.