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ALBUM DER WOCHE

Seether - Si Vis Pacem, Para Bellum

04.09.2020

Seether befeuern längst verdrängte Lateinunterricht-Traumata und nennen ihre neuste Platte Si Vis Pacem, Para Bellum, zu Deutsch: Wenn du Frieden willst, bereite Krieg vor. Der kampfentschlossene Slogan lässt vermuten, dass sich der Sound dieser neuen Scheibe nahtlos an den seiner emotionsgeladenen Vorgänger anschließt. Wie viel Kriegsgeist steckt also de facto in Album Nummer acht?

Gleich im Opener rüsten Seether auf: Dead And Done steigt ohne Umschweife mit einer starken Gitarre und prügelnden Drums ein. Getreu dem Motto „mehr ist mehr“ holen die Post-Grunger von Anfang an alles aus ihren Instrumenten raus und klingen dabei wunderbar vertraut. Shouts, Scheppern, Distortion und ein komplementierender Bass, der alles zusammenhält: Seether halten auch auf Si Vis Pacem, Para Bellum an ihrem Erfolgsrezept fest. Redundant klingen sie dabei trotzdem nicht.
Mit Wasteland und Liar befinden sich gleich zwei Powerballaden auf dem Album. Daneben glänzt das Bass-lastige Buried In The Sand mit einem fast schon groovigen Sound. Dass Seether auch immer noch Hits schreiben können, zeigen sie mit Dangerous. Und während das impulsive Beg die niederen Gelüste nach melodiösem Krach vollends befriedigt, präsentiert die Band mit Can’t Go Wrong wiederum eine perfekte Mischung aus Melodie und harten Riffs. Apropos Mischung: Produziert wurde die Platte von Matt Hyde, der schon bei den Deftones für düster-atmosphärischen Sound verantwortlich war.

Nein, mit Si Vis Pacem, Para Bellum erfinden Seether das Rad nicht neu. Gut so. Seit 1999 lautet der Modus Operandi für die Band: Ruhige Strophe trifft auf krachenden Refrain. Nach dieser Erfolgsformel präsentieren Seether 13 Tracks in scheppernden 50 Minuten. Si Vis Pacem, Para Bellum, das sind Brot und Spiele für die Gehörgänge.