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ALBUM DER WOCHE

Brody Dalle - Diploid Love

28.04.2014

"Diploid" ist ein Begriff aus der Genetik. Wikipedia sagt: "Unter Diploidie wird in der Genetik das Vorhandensein eines doppelten Chromosomensatzes verstanden. Das bedeutet, dass von einer Chromosomensorte jeweils zwei Exemplare vorhanden sind. Beispielsweise kommen beim Menschen Chromosom 1, Chromosom 2 und so weiter bis Chromosom 22 in jeweils zwei Exemplaren vor." Aber keine Angst, Brody Dalle hat kein Konzeptalbum über den Biologie-Stoff der 7. Klasse geschrieben. Vielmehr ist sie über das Wort "diploid" gestolpert, als sie sich über die menschliche Fortpflanzung und das Entstehen menschlichen Lebens informiert hat. Dabei hat sie sich in das Wort verliebt. Recherchiert hat Brody das Thema nicht aus Langeweile, sondern weil sie erfuhr, dass sie zum zweiten Mal schwanger war. Just in dem Moment, als die Arbeiten an ihrem ersten Soloalbum losgehen sollten. Wobei das "Solo" relativ ist. Zum Einen hat Ehemann Josh Homme (Queens Of The Stone Age) hier und da Hand angelegt, zum anderen hat - wie bereits beim Vorgänger-Projekt "Spinnerette" - auch wieder Mastermind Alain Johannes (Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Eagles Of Death Metal...) sein Können eingebracht. Die erste Single "Meet The Fetus / Oh The Joy" (wieder ein Schwangerschafts-Bezug) ist ein Duett mit Garbage-Sängerin Shirley Manson und soll eine Liebeserklärung an ihre zwei Kinder sein. Hardcore-Distillers-Fans werden mit "Diploid Love" vielleicht ihre Schwierigkeiten haben. Denn außer Brodys unverkennbarer Stimme und dem gelegentlichen Fuck-You-Song ("Don't Mess With Me") ist vom klassichen Punkrock nicht mehr viel übrig. Lässt man sich jedoch auf die oft dunkel-hypnotische Mischung aus Drum-Machine-Beats und eingängigen Gesangs-Linien ein, tut sich ein ganzes Klanguniversum auf.

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