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ALBUM DER WOCHE

Bring Me The Horizon - amo

28.01.2019

Minimaler Albumtitel, maximaler Sound - so lässt sich das neue Bring Me The Horizon Album "amo" am besten zusammenfassen. "Wir hören alle eigentlich so gut wie keinen Rock mehr, außer vielleicht Legenden wie Metallica oder Black Sabbath. Aber in den letzten fünf bis zehn Jahren gab es für uns keine wirklichen musikalischen Vorbilder. Deshalb haben wir uns nach anderen Einflüssen umgesehen" sagt Oli Sykes in einem Interview. Deshalb ist "amo" mit den Ausflügen zu Breakbeats, Trap und Grime auch die bisher mutigste BMTH-Platte.

Los geht's mit "i apologise if you feel something", einem "schrägen Start", wie die Briten selbst zugeben. Diesen sphärischen Anfang haben sie gewählt, weil er am besten das Album repräsentiert, auf dem es mit jedem Song ums Thema Liebe in all ihren Facetten geht. Außerdem ebnet er perfekt den Weg für das sich anschließende "MANTRA". Eine kraftvolle Rocknummer und die erste Single, mit der sich BMTH eindrucksvoll zurückgemeldet haben. Spätestens bei Titel Nummer drei "nihilist blues", der wie ein Rave-Song los geht, weiß man, dass auf dieser Platte alles anders ist als zuvor. Und dennoch ist Oli Sykes Stimme unverkennbar und der Titel brennt sich in den Kopf. Mit "in the dark" schließt sich ein dunkler Pop-Track an, der im Refrain Stoner-Riffs und gleichzeitig eine Leichtigkeit wie bei den Red Hot Chili Peppers hat. Bei "wonderful life" kommen alle auf ihre Kosten, die das letzte BMTH-Album schon toll fanden und/oder auf Royal Blood stehen. Wer sich von dieser heftigen Nummer nicht mitreißen lässt, ist selbst schuld. Und da ist erst gut die erste Hälfte der CD um.

Um nicht zu viel vorweg zu nehmen, auf "amo" gibt es noch so viel mehr zu entdecken. Kritiker werden Bring Me The Horizon vorwerfen, dass sie sich ja jetzt gar nicht mehr in eine Schublade stecken lassen und ganz anders klingen als in ihren Anfangszeiten. Aber das ist mit voller Absicht so gewollt. Die Briten wollen nicht auf der Stelle treten und ihre Grenzen ausloten. Und auch wenn sich "amo" nicht sofort erschließt oder man vom neuen Sound der Band überrascht ist, es lohnt sich einfach die Platte ein paar Mal zu hören, um alles zu entdecken und verstehen.